Zwanghuf beim Pferd: Ursachen, Symptome und Behandlung - Ratgeber - ET Hoofcare
Hauptfoto Zwanghuf


Zwanghuf beim Pferd – Wenn der Huf seine natürliche Elastizität verliert

Der Zwanghuf ist eine krankhafte Verengung der Hornkapsel, bei der sich die Trachten so stark zusammenziehen, dass der Huf seine natürliche Spreiz- und Stossdämpfungsfunktion verliert. Der Strahl wird dabei eingequetscht, verliert seine elastische Wirkung und verursacht häufig Schmerzen sowie chronische Lahmheiten.



Hufkrankheiten früh erkennen: Wichtige Anzeichen und erste Hinweise

Auch wenn eine deutliche Lahmheit den Ernst der Lage verrät, lassen sich Hufprobleme deutlich früher erkennen. Eine regelmässige und bewusste Betrachtung der Hufe ermöglicht eine frühzeitige Diagnose.

Die Hufwand sollte glatt und gerade sein; Risse, Dellen oder Rillen weisen auf eine gestörte Hornproduktion oder Fehlbelastung hin und sollten dem Hufschmied oder Tierarzt gezeigt werden. Der Kronrand muss symmetrisch verlaufen – einseitige Erhöhungen deuten auf Entzündungen oder innere Deformationen hin. Auch die weisse Linie sollte klar abgegrenzt und gleichmässig breit erscheinen; rötliche Verfärbungen oder ausgefranste Bereiche sprechen für Belastungen oder entzündliche Prozesse. Eine weitere Veränderung betrifft die Anordnung von Strahl, Ballen und Trachten: Liegen diese ungewöhnlich dicht beieinander oder bildet sich ein tiefer Schlitz, ist dies ein Hinweis auf beginnenden oder bereits bestehenden Zwanghuf.


Zwanghuf: Ursachen und Entstehung – Warum der Huf seine Form verliert

Die Entstehung eines Zwanghufs ist meist multifaktoriell und erfolgt schleichend. Unsachgemässe Hufbearbeitung mit zu eng geschnittenen Trachten oder fehlender Korrektur beeinflusst die Hufmechanik massiv. Dauerhafter Beschlag kann ebenfalls die natürliche Spreizung der Hornkapsel einschränken. Fehlstellungen, asymmetrische Belastungen, mangelnde Bewegung sowie harte oder dauerhaft feuchte Untergründe begünstigen zusätzlich die Entwicklung. Häufig bleibt der Zwanghuf über Wochen unbemerkt, bis erste Symptome wie Lahmheit oder Strahlfäule auftreten.


Kommentiertes Foto Zwangshuf

Zwanghuf: wenn die Breite des Frosches weniger als zwei Drittel der Länge beträgt


Formen des Zwanghufs: Von der Krone bis zur Sohle

Der Zwanghuf kann sich in verschiedenen Bereichen des Hufes entwickeln. Beim Kronenzwanghuf beginnt die Einengung im Bereich der Hufkrone und wirkt sich auf die gesamte Hornkapsel aus. Der Tragrandzwanghuf betrifft den unteren Bereich des Hufes. Am häufigsten tritt der Trachtenzwanghuf auf, bei dem die Trachten stark zusammenliegen und den Strahl einengen. Beim Sohlenzwanghuf wölbt sich die Sohle unnatürlich, während der Strahl keinen Bodenkontakt mehr hat.


Vergleichsdiagramm Zwanghuf und gesunder Huf


Symptome erkennen: Wie sich ein Zwanghuf bemerkbar macht

Typische Symptome sind enge, hochgezogene Trachten und ein eingedrückter, schmaler Strahl. Die Pferde zeigen oft Lahmheit, besonders auf hartem Boden, und die Hufmechanik ist deutlich reduziert – das Spreizen beim Auffussen bleibt aus. Druckempfindlichkeit am Strahl ist häufig. Begleitende Erkrankungen wie Strahlfäule, Hufrollenentzündung oder Hornspalten treten regelmässig auf.

Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt oder einen erfahrenen Hufbearbeiter, wobei Röntgenaufnahmen zur Beurteilung innerer Strukturen hilfreich sein können.


Foto Zwanghuf


Behandlung des Zwanghufs: Von Hufkorrektur bis Bewegungstherapie

Die Behandlung erfordert Geduld und ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Besitzer, Tierarzt und Hufbearbeiter. Ziel ist die Wiederherstellung der natürlichen Hufmechanik.

Eine fachgerechte Hufbearbeitung nimmt stufenweise Korrekturen vor, erweitert die Trachten und entlastet den Strahl. Orthopädischer Beschlag mit geöffneten Eisen oder Keilunterlagen kann notwendig sein. Bei leichten Fällen bietet eine Barhuftherapie mit korrekter Bearbeitung gute Erfolge. Regelmässige Strahlpflege – Reinigung und bei Bedarf Desinfektion – unterstützt die Heilung. Kontrollierte Bewegung auf weichem Boden fördert die Durchblutung. Optimierte Haltungsbedingungen mit trockener Einstreu und weichen, abwechslungsreichen Böden sind ebenfalls entscheidend.


Prognose und Prävention: Wie man Zwanghufen langfristig vorbeugt

Die Erfolgsaussichten hängen stark vom Stadium der Verformung ab. Früh erkannte Zwanghufe lassen sich meist vollständig korrigieren, während fortgeschrittene Fälle mehrere Monate intensive Pflege erfordern.

Vorbeugung gelingt durch regelmässige Hufpflege im Intervall von 4–6 Wochen, ausreichende Bewegung, ausgewogene Fütterung zur Förderung des Hornwachstums und die regelmässige Kontrolle durch einen Fachmann.



Fazit: Ein gesunder Huf ist die Grundlage für ein gesundes Pferd

Ein Zwanghuf ist weit mehr als eine optische Veränderung – er beeinträchtigt das gesamte Bewegungs- und Wohlbefinden des Pferdes. Wer die Hufe seines Pferdes aufmerksam beobachtet, kann frühzeitig reagieren und schwerwiegende Folgen verhindern. Fachkundige Bearbeitung, gute Haltungsbedingungen und konsequente Pflege sichern dauerhaft gesunde Hufe.


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